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Cuba - expired
Fünfzig Jahre sind vergangen seit der kubanische Diktator Fulgencio Batista in der Neujahrsnacht 1959 überstürzt aus Havanna geflohen ist und Fidel Castro die Macht über die Zuckerinsel zufiel. Inzwischen ist auch die Ära des Máximo Líder zu Ende gegangen und die Bilder, in denen Werner Pawlok vom morbiden Charme einer alten karibischen Metropole erzählt, zeigen wohl selbst schon bald ein Stück Geschichte. Glanz und Elend der kubanischen Utopie, des projecto cubano, verschmelzen nirgendwo deutlicher als in den verlassenen Palästen der alten Zuckeraristokratie.Pawlok ist dieser versunkenen Welt auf seinen Streifzügen durch Havanna auf den Fersen. Aber was ihn daran interessiert, hat nichts mit Nostalgie zu tun. Er nimmt nicht die malerische Ruine ins Bild, sondern spürt jener unvergleichlichen Vitalität der habaneros nach, die auf uns Europäer so faszinierend wirkt. Auf den ersten Blick erscheint dies paradox, denn seine Szenerie ist in der Regel menschenleer. Doch sind die Menschen, die hier leben, untergründig stets präsent, nur eben auf subtile Art und Weise. Denn auf den zweiten Blick wird deutlich, dass Werner Pawlok keine verlassene Welt im Sinn hat, wenn er durch Havanna steift. Vielmehr sucht er die Bewohner, ihren Geist, zu fassen, wenn er den Auslöser seiner Kamera bedient. Und tatsächlich gelingt es ihm, das unbeugsame Leben aufzuspüren, das diesen Orten ihre Würde verleiht. In ihrer Stille schwingt ein Unterton, verdichtet aus einer Mischung von heiterer Gelassenheit und Verzweiflung, vertraut und fremd zugleich.
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